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GO IN Fika Kult

Fika-Kult: Wie Cafés, Coffeeshops und Bäckereien die schwedische Kaffeepause nutzen können

Was hierzulande recht nüchtern „Kaffeepause“ heißt, ist in Schweden ein wichtiger Teil der Kultur. Mindestens einmal am Tag gönnen sich viele Schweden ihre „Fika“. Was sich genau dahinter verbirgt und wie Cafés, Coffeeshops und Bäckereien davon profitieren können, erklären wir hier.

Das schwedische Wörtchen „Fika“ bedeutet zunächst einmal schlicht „Kaffee“ oder „Kaffeepause“. Es gibt auch das Verb „fika“, welches „Kaffee trinken“ bedeutet. Doch so richtig ins Deutsche übersetzen lässt sich „Fika“ dennoch nicht. Denn während die Kaffeepause hierzulande eher nebenbei geschieht, wenn es eben gerade passt oder dringend Koffein benötigt wird, verbirgt sich hinter der schwedischen „Fika“ ein Teil der Alltagskultur: Sie ist ein bewusster Moment des Innehaltens im Alltag und eine Pause von der Arbeit – ähnlich wie der italienische „Aperitivo“, der ein bewusster Abschluss des Arbeitstages und der Beginn des Abends, des Essens und des Genießens ist.

Fika ist Entschleunigung

Eine Viertelstunde darf eine „Fika“ gut und gerne dauern, nicht selten wird eine halbe oder Dreiviertelstunde daraus. 11 Uhr ist eine gängige Zeit für die vormittägliche Pause, am Nachmittag um 15 Uhr. In vielen Unternehmen gibt es einen eigenen „Fikaraum“ für die Mitarbeitenden, der gerne bequem eingerichtet ist und im Gegensatz zum typischen deutschen „Pausenraum“ oft etwas Wohnzimmercharakter hat. Bei der „Fika“ geht es um Entschleunigung, Stressabbau und darum, die Seele baumeln zu lassen. Ein schnell am Stehtisch heruntergekippter Espresso, ein im Laufen getrunkener „Coffee to go“ oder der Becher, der beim Weiterarbeiten geschlürft wird, ist somit keine „Fika“. Und der Kaffee aus dem Automaten schon gar nicht.

Gemeinsamer Genuss

Gerne genießen die Schweden ihre „Fika“ gemeinsam: Sie treffen sich zu einem Kaffeeplausch mit guten Freunden, der Familie oder teilen die Kaffee-Zeit mit den Kollegen, wobei lieber über Privates als Geschäftliches gesprochen wird. Auch für das erste Date bietet sich eine Verabredung zur „Fika“ hervorragend an. Ihr wohnt somit auch eine gesellschaftliche Funktion inne, indem soziale Kontakte beim Kaffeetrinken gepflegt werden.

Snacks gehören dazu

Zur „Fika“ gehört in der Regel auch eine Kleinigkeit zu essen, das „fikabröd“. Der Klassiker ist die Kanelbullar, eine süße Zimtschnecke. Auch Plätzchen und Kekse werden gerne genascht, ein Stück Blaubeer- oder Rhabarbertorte oder ein Pfannkuchen mit süßem Topping. Zur Vorweihnachts- und Winterzeit sind Pfefferkuchen mit Mandeln, Safrangebäck oder Ingwerkekse beliebte „Fika-Foods“. Es dürfen aber auch herzhafte Speisen wie belegte Brote oder Sandwiches anstelle des zuckrigen Gebäcks sein, Salate und Bowls setzen sich als gesunde Alternative immer mehr durch. Kinder trinken natürlich keinen Kaffee, statt dessen gibt es für sie zur „Fika“ Saft (z.B. Erdbeersaft), hausgemachte Limonade oder ein Glas Milch bzw. Kakao.

Fika: perfekt für die Gastronomie

Halten wir fest: Eine „Fika“ ist ein bewusster Genussmoment. Sie wird gerne gemeinsam begangen und zum Kaffee kommt immer eine süße oder herzhafte Kleinigkeit zu essen dazu. Damit eignet sich die schwedische Version der Kaffeepause ideal, um auch in hiesigen Cafés, Coffeeshops oder Bäckereien/Konditoreien (mit Cafébetrieb) kultiviert zu werden und seinen Gästen etwas Neues und zugleich sehr Zugängliches zu bieten!

GO IN Fika Kult

Unsere 7 Tipps für alle, die ihren Gästen eine „Fika“ offerieren wollen: 

1. Beschäftigen Sie sich mit dem Thema: Im Internet und in sozialen Netzwerken (z.B unter www.instagram.com/explore/tags/fika) gibt es reichlich Inspiration für Kaffee-Kreationen und korrespondierendes Speisenangebot.

2. Stellen Sie ein eigenes „Fika“-Arrangement zusammen, zum Beispiel eine Kaffeespezialität plus (schwedisches) Gebäck zum Kombipreis. Übrigens wird in Schweden auch heute noch manchmal ein „Påtår“ angeboten, ein „weiterer Schluck“, also ein im Preis inbegriffenes Nachfüllen.

3. Präsentieren Sie Ihren Gästen auf der Webseite, in den Social-Media-Profilen, in der Speisekarte, mit Aufstellern oder auf der Angebotstafel ihre „Fika“.

4. Erklären Sie dabei auch, was den kleinen, feinen Unterschied zur deutschen Kaffeepause ausmacht – und machen Sie die „Fika“ ihren Gästen schmackhaft. 

5. Die „Fika“ lässt sich auch auf das individuelle Konzept anpassen – zum Beispiel als „American Fika“ mit Muffins oder Bagels im Coffeeshop, als „French Fika“ mit Croissant zum Café au lait in der stilechten Trinkschale oder als „deutsche Fika“ mit Kaffee und Kuchen. Den Unterschied macht dabei vor allem die bereits genannte Entschleunigung: Porzellan-Geschirr statt Einweg-Cups, Service am Platz und ein Ambiente, das zu längerem Verweilen einlädt, tragen zum echten „Fika-Feeling“ bei.

6. Setzen Sie Ihr „Fika“-Arrangement stilvoll in Szene – zum Beispiel mit Tellern und Tassen im skandinavischen Stil, Tischdecken und Blumen, Vintage-Kaffeekannen, Kuchentellern oder Etagèren und anderen Tabletop-Accessoires. Auch hierfür bieten die sozialen Netzwerke viele schöne Anregungen.

7. Für ein perfektes „Fika“-Ambiente empfehlen sich Möbel im so berühmten wie beliebten skandinavischen Design. Bei GO IN finden Sie Stühle, Sessel, Tische und vieles mehr mit viel „nordic chic“. Tipp: Schauen Sie sich unsere Looks „Solid North“ und „Cozy Hygge“ an! 

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