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Buchtipp: "Eine Frage der Haltung"

Für Bodo Janssen ist die Corona-Krise wahrlich nicht die erste in seinem Leben. Der Unternehmer und Geschäftsführer von „Upstalsboom“, das heute 700 Mitarbeitende hat und 60 Hotels und Ferienwohnanlagen betreibt, hat schon so einiges erlebt, um nicht zu sagen überlebt. Als Student wurde er entführt, acht Tage gefangen gehalten, achtmal hielten die Entführer eine Waffe an den Kopf und drückten ab - Scheinhinrichtungen. 2007 starb sein Vater, der das Unternehmen aufgebaut und geleitet hatte, bei einem Unglück mit seinem Flugzeug, Bodo Janssen musste die Leitung des Unternehmens übernehmen und erhielt drei Jahre später von der Belegschaft in einer Umfrage die Quittung für seinen miserablen Führungsstil: Sie wollten einen neuen Chef. Den sollten sie bekommen, allerdings blieb es Bodo Janssen. Der nämlich unterzog sich und im Anschluss sein Unternehmen einer radikalen Veränderung, die heute als der „Upstalsboom-Weg“ bekannt ist: Weg von der rein wirtschaftlichen Orientierung, hin zu einem menschen- und wertorientierten Unternehmen. Ideenwerkstätten, gemeinsame Ausflüge bis auf den Kilimandscharo, Meditationen und Mentorings und vieles mehr – wie Upstalsboom heute „tickt“, zeigt sogar ein eigener Dokumentarfilm, „Die stille Revolution“ von 2016.

Auf einmal ist das Ostergeschäft weg

Mit deutlichen Umsatzsteigerungen, einem Krankenstand von zwei Prozent und fünf geplanten Eröffnungen ging das Unternehmen in das Jahr 2020. Doch als im März die Nord- und Ostsee-Inseln kurzfristig wegen der Corona-Pandemie abgesperrt wurden und Upstalsboom kurzerhand das Ostergeschäft verloren ging, gerieten Janssen und sein Unternehmen erneut in eine Krise – wie so viele Betriebe des Gastgewerbes. Doch heute steht das Haus, anders als viele Hotelketten, erstarkt da. Warum? Darüber hat Janssen, bereits mehrfacher Buchautor, ein neues Buch geschrieben: „Eine Frage der Haltung: Wie wir Krisen besser bewältigen und gestärkt aus ihnen hervorgehen“. Auf rund 250 Seiten beschreibt er das Umstellen von Schockstarre auf Handeln, von Angst auf Dankbarkeit und von Sorge auf Zuversicht. Das Erfolgsrezept setzt sich aus vielen Bausteinen zusammen: Abstand zu den eigenen, negativen Gedanken aufzubauen, Angst und Wut zu haben, aber nicht zu sein, habe ihm geholfen, trotz schwieriger Monate gelassener sein zu können, so Janssen. Absolute Transparenz wiederum den Mitarbeitenden: Wie liquide sind wir noch, wie viel können wir ausgeben? Wie voll ist unser Kornspeicher – dieses Bild habe der Belegschaft geholfen, zu verstehen, wie gut es Upstalsboom gerade finanziell geht, schreibt er. Aber auch Gesprächstechniken – ausreden lassen, zuhören, Fragen stellen – und direkte Kommunikation. Was dank digitaler Techniken, die sich seit Corona in vielen Unternehmen etabliert haben, einfacher ist als je zuvor. „Wir haben uns wirklich angestrengt, jedem Halt anzubieten und zu zeigen, wie sehr wir bemüht waren, ein Auseinanderdriften unserer Teams zu verhindern. Was uns positiv zurückgemeldet wurde, war unsere Klarheit – dass wir nichts schöngeredet und konkret gezeigt hätten, dass wir Lösungen erzielen und Fortschritte machen wollten“, schreibt der Autor.

Krisen einen Sinn geben

Ein weiterer Erfolgsbaustein war das Energiesparen. Exakt einen Tag habe man beim Beginn des zweiten Lockdowns, den man schon erwartet hatte, benötigt, um den Energieverbrauch in den Hotels auf ein Minimum zu senken und möglichst kostensparend durch die Zeit zu kommen. Seinen eigenen Blick hinterfragen und ändern, Menschen mitnehmen und in dem Rahmen handeln, in dem es einem möglich bleibt: So hat sich das Unternehmen in der Krise behauptet. „Nicht jede Krise hat einen Sinn, aber wir können jeder Krise einen Sinn geben“, notiert Janssen. Und das umso besser, je mehr man sich schon in ruhigeren Zeiten mit dem beschäftigt, was heute als einer der Leitsätze des „New Work“ bekannt ist: Was ist es, das ich wirklich wirklich will? Mitarbeiter, die sich zuvor nie mit sich selbst beschäftigt hatten, habe die Krise härter getroffen, zwischen Selbsterkenntnis und der seit Corona vielzitierten Resilienz besteht für Janssen ein enger Zusammenhang.

Weswegen die Mitarbeiter des Berliner Upstalsboom-Hotels, das die Krise nicht überlebt hat, zwar traurig über die Schließung waren, aber nicht am Boden zerstört –Janssen beschreibt „eine unglaubliche Gelassenheit im Umgang und im Abschluss dieser unvorstellbaren Situation.“ Und ebenso große Professionalität. „Was hatte dazu geführt, dass diese Menschen so aufrecht, stark, ja gerade anmutig aus dieser für sie existenziellen Krise hervorgingen?“ Im Prinzip beantwortet er diese Frage selbst, nämlich mit dem Buch im Ganzen: Wer die Menschen ermächtigt und befähigt, Haltung zu erlangen und zu bewahren, der schafft gemeinsam mit ihnen auch durch eine beispiellose Zeit wie diese. Janssens Buch liefert nicht nur Menschen, die im Gastgewerbe Führungsverantwortung haben, viele wertvolle Impulse für den Umgang mit zukünftigen Krisen und den Herausforderungen des Alltags, sondern jedem.  

Eine Frage der Haltung – Wie wir Krisen besser bewältigen und gestärkt aus ihnen hervor gehen von Bodo Janssen ist bei Ariston erschienen und kostet 22 Euro.

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