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7 Tipps für den Start eines Gastronomie-Webshops

7 Tipps für den Start eines Gastronomie-Webshops

Neben Speisen zum Abholen und Lieferung bietet auch ein Webshop die Möglichkeit für die Gastronomie, Umsätze im Außer-Haus-Geschäft zu erzielen. Wie setzt man einen Onlineshop auf und wie vermarktet man ihn erfolgreich? 

1. Auswahl treffen: Was soll angeboten werden?

Im Unterschied zur To-go-Karte bzw. dem Lieferdienst-Angebot geht es im Webshop darum, Speisen, Getränke und andere Dinge zu verkaufen, die über einen Logistik-Dienstleister deutschlandweit oder sogar darüber hinaus verschickt werden. Dies können zum Beispiel Menü-Boxen mit kalten Speisen sein, die die Empfänger dann entweder kalt verzehren (z.B. Fingerfood) oder möglichst einfach (im Wasserbad, im Kochtopf, im Backofen etc.) regenerieren und genießen können. Auch Aufstriche oder Kochzutaten wie hausgemachte Fonds, Saucen oder Gewürzmischungen, fertig gemixte Cocktails in der Flasche oder der Hauswein lassen sich per Gastronomie-Online-Shop verkaufen. Und natürlich lassen sich auch Genuss-Gutscheine – fürs Einlösen im Webshop oder für einen Restaurantbesuch – als Geschenk verkaufen. Ein Gastronomie-Webshop ist ein digitaler Feinkost-Shop mit persönlicher Note. Tipp für die Auswahl: Mit einem überschaubaren und logistisch darstellbaren Sortiment beginnen.

2. Lieferfähigkeit testen

Wie gut kommt die Ware, die per Versand ins ganze Land verschickt werden soll, im wahrsten Sinne des Wortes an? Überstehen die verpackten Produkte den Weg? Halten die Gefäße, bricht das Glas nicht, wie sehen die Speisen beim Auspacken aus? Hier hilft der Selbsttest: Die Pakete einfach an die eigene Adresse und (weil die ja in der Regel in der gleichen Stadt ist wie die des Betriebs) auch an Familie und Freunde in der Ferne. So lässt sich gut herausfinden, ob Verpackungsmaterial, Speisenbehälter und die Speisen selbst tatsächlich für den Versandhandel geeignet sind oder ob nachjustiert werden muss. Nachhaltige Materialien zu verwenden, die entweder in den Papiermüll gegeben werden oder – Schraubgläser, Weckgläser zum Beispiel – weiterverwendet werden können, sind vorteilhaft: Niemand wirft gerne Plastik weg, es schmälert das Einkaufserlebnis.

3. Webshop-Anbieter auswählen

Die technisch größte Herausforderung: Welche Shop-Software verwenden? Das Angebot für E-Commerce-Lösungen ist groß und reicht von simplen, in wenigen Schritten erstellten Fix-und-fertig-Webshops bis zu komplexen Modulsystemen, die in die eigene Gastronomie-Webseite und die bestehende Warenwirtschaft integriert werden. Welche Lösung die richtige für den jeweiligen Betrieb ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wie umfangreich ist das Angebot? Ist geplant, den Webshop dauerhaft zu betreiben oder nur testweise/temporär? Soll das Angebot tendenziell ausgebaut werden? Ist man selbst kein IT-Spezialist und hat auch keinen im Team, sollte ein Profi dazu geholt werden. Was Geld kostet – und natürlich spielt auch das verfügbare Budget für die Investition eine Rolle. Hierzu ein Tipp: Viele Bundesländer bieten kleinen und mittleren Unternehmen Bezuschussungen von Digitalisierungsprojekten an, sodass ein Webshop möglicherweise mit einer attraktiven Förderung lanciert werden kann.

4. Rechtliche Beratung einholen

Im Onlineversandhandel von Lebensmitteln sind viele rechtliche Spielregeln zu beachten. Kennen sich Gastronomiebetriebe mit Themen wie Lebensmittelsicherheit und Hygiene aus (was eine gute Basis ist!), so müssen im so genannten Fernabsatz etliche weitere Vorschriften eingehalten werden. Beispiel: Eine frisch abgefüllte Speise im Weckglas oder ein Cocktail in der Flasche kann „ab Fenster“ als so genannte lose Ware verkauft werden und braucht nur wenige Produktinformationen. Dieselben Produkte müssen für den Versand mit diversen zusätlichen Informationen versehen werden, die vom Zutatenverzeichnis über die Nährwertdeklaration bis zur Gebrauchsanleitung reichen. Dies regelt die Lebensmittel-Informationsverordnung. Es geht aber auch um rechtliche Sicherheit in der Logistik und bei Reklamationen, in Sachen Datenschutz und weiteren Feldern – kurz: Ein (Lebensmittel-)Rechtsprofi sollte dazu geholt werden.

5. Mit einem Konzept zu den Ämtern gehen

Will ein Restaurant einen Webshop eröffnen, bedeutet dieses eine Veränderung der gewerblichen Leistung – es wird vom Betrieb des Gastgewerbes (auch) zum Lebensmittelhändler. Damit einher geht u.a. die Ummeldung des Gewerbes auf die Produktion von Lebensmitteln. Eventuell muss die Produktionsküche vom Gesundheitsamt noch einmal abgenommen und gegebenenfalls angepasst werden. Es müssen in der Regel Rückstellproben der Chargen vorgehalten, Etiketten abgenommen, Nährwerte durch eine externe Prüfung bestimmt und kontrolliert werden. Die Verarbeitung bestimmter Zutaten (z.B. tierische Produkte) benötigt eine Zulassung – und vieles mehr. Doch weil sich Gastronomiebetriebe mit Behördengängen und Bürokratie-Dschungel auskennen, sind sie für diesen Hürdenlauf trainiert. Am besten ist es, alle Schritte des „Projekts Webshop“ in einem Konzept zu verschriftlichen und proaktiv auf die Ämter (Gesundheitsamt, Gewerbeamt) zuzugehen.

6. Marketing machen & die vorhandene Markenstärke nutzen

Ein entscheidender Vorteil: Die Marke muss man nicht neu erfinden, die gibt es ja schon – es ist der gute Name der Gastronomie selbst. Der persönliche Faktor, die Menschen hinter den Produkten, unterscheidet einen gastronomischen Feinkost-Shop von einem rein digitalen oder einem Online-Ableger des klassischen Lebensmittelhandels. Viele Restaurant-Gäste werden zu Webshop-Kunden, weil sie „ihr“ Restaurant unterstützen, die Produkte zu Hause genießen, Freunde oder Geschäftspartner mit einem Geschenk überraschen wollen. Es bietet Menschen auch die Möglichkeit, in den Genuss von Produkten aus einem entfernten Restaurant zu kommen, das sie immer schon mal ausprobieren wollten oder auf Reisen besucht haben. Mit dieser persönlichen Note lässt sich wunderbar authentisches Marketing betreiben, etwa mit Produktbildern, die nicht wie bei vielen Onlineshops üblich freigestellt auf weißem Hintergrund zu sehen, sondern auf einem Tisch im Gastraum entstanden sind. Auch Portraits des Küchenteams, des Gastgebers, des Sommeliers auf der Webseite und ein persönlicher Text machen den Shop nahbar. Und ein kleines Dankeschön-Anschreiben im Versandpaket erst recht.

7. Kräfte bündeln und gemeinsamen Shop gründen?

Auch das ist möglich: Mehrere Gastronomien schließen sich zusammen und bieten gemeinsam leckere Waren in einem Webshop an. Das hat den Vorteil, dass die Breite des Angebots für die Kunden größer wird und zugleich jedes Restaurant, Café und Co. seine besonderen Spezialitäten ins digitale Sortiment einbringen kann. Es reduziert auch die Betriebskosten für den Webshop pro Gastronomie und erreicht, weil die Betriebe ihre Kanäle für das Marketing bündeln können, viel mehr potenzielle Kunden. Wie das funktionieren kann, zeigt der Anfang 2021 gelaunchte Gastronomie-Webshop The Good Taste aus Berlin, über den bekannte Restaurants der Stadt gemeinsam ihre Feinkost verkaufen.

Der Fachjournalist und Gastro-Blogger Jan-Peter Wulf berichtet regelmäßig an dieser Stelle aus der Gastronomie-Szene. Seine Themen sind Trends, Konzepte, Food und Getränke, die Menschen dahinter, alles, was sich auf dem Markt bewegt und für Gastgeber interessant ist. Jan-Peter Wulf lebt und arbeitet in Berlin.

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