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Bevor ein Möbelstück ins Programm aufgenommen wird, muss es auf den Prüfstand und durchläuft bis zu 150.000 Zyklen. Erst nach erfolgreich bestandenem Stresstest (gemäß DIN EN 16139 für Stühle bzw. DIN EN 15372 für Tische) erhält es unser Siegel für GO IN geprüfte Qualität. Frage gerne einen schriftlichen Prüfnachweis bei uns an.
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Buchtipp fürs Gastgewerbe: Die erfolgreiche Betriebsübergabe

Buchtipp fürs Gastgewerbe: Die erfolgreiche Betriebsübergabe

Rund 150.000 Familienunternehmen in Deutschland befinden sich zurzeit vor oder in der Übergabe – viele davon in der Gastronomie und Hotellerie. Wie funktionieren die einzelnen Phasen dieses Prozesses, wie gestalten Übergeber und Übernehmer sie so, dass die Übergabe ein Erfolg wird? Jan-Peter Wulf stellt den neuen Praxisratgeber von Marek Gawel vor.

Man muss sich diese Zahl einmal auf der Zunge zergehen lassen: 150.000 familiengeführte Unternehmen und darin rund 2,4 Millionen Beschäftigte stehen zurzeit vor einem markanten Einschnitt, nämlich dem der Betriebsübergabe. Traditionell werden viele Unternehmen familienintern fortgeführt. Doch natürlich kommen auch andere Formen in Betracht: das Einsetzen einer externen Geschäftsführung, Beteiligungen, Verpachtungen oder, als letzte Lösung, der Verkauf, von eine Liquidierung (die leider immer häufiger vorkommt im Gastgewerbe) ganz zu schweigen.

Buchautor Marek Gawel kennt das Thema, über das er schreibt, aus eigener Erfahrung: Er leitet in Boppard am Rhein zusammen mit seiner Frau das „Bellevue Rheinhotel“ in fünfter und das „Hotel Ebertor“ in dritter Generation und hat die Prozesse der Übergabe selbst durchlaufen. Prozesse, die insgesamt, so der Autor, gut und gerne fünf bis sieben Jahre in Anspruch nehmen, nach acht Jahren aber wirklich abgeschlossen sein sollten. So unterschiedlich es sich inhaltlich gestalten mag – schließlich ist jedes Unternehmen im Gastgewerbe individuell und die Menschen, die dort wirken, sind es erst recht –, so gibt es seinen Ausführungen nach doch ein grundsätzliches Schema, das aus drei großen Schritten besteht: Erstens vorbereitende Maßnahmen, zweitens die aktive Übergabe und drittens abschließende Prozesse.

Formalia schaffen Verbindlichkeit

So simpel und logisch das zunächst einmal klingt, der Teufel steckt hier einmal mehr im Detail und diese Details führt Gawel akribisch auf: Die Vorbereitung, die sich über mehrere Jahre erstreckt, beinhaltet neben der Festlegung des Übernehmenden auch die Formulierung einer gemeinsamen Absichtserklärung mit Meilensteinen und Zielvereinbarungen, auf die sich beide Seiten einigen und diese als „Roadmap“ für den weiteren Prozess nutzen können. Ebenso rät Gawel zu einer Due-Dilligence-Prüfung durch den Übernehmer, mit der u.a. Standort, Markt- und Konkurrenzsituation sowie finanzielle Aspekte geprüft werden. Ob es eine familieninterne oder -externe Übernahme ist, spielt dabei keine Rolle – der formelle Ansatz schafft Verbindlichkeit und Sicherheit. Gawel stellt verschiedene Bewertungsverfahren für ein Unternehmen (durch externe Sachverständige) ebenso vor, wie er Gedankenimpulse für Nachfolger formuliert und – wichtiger Punkt – zahlreiche Tipps gibt, wie man das Team des Hauses auf die Reise mitnimmt.

Wer vorher Teil des Teams war, muss besonders sensibel sein

Das Team mitzunehmen, ist besonders dann durchaus eine Herausforderung, wenn man zuvor als Angestellter selbst Teil dessen war und nun bald dessen Chef, wie Gawel schreibt: „In vielen Fällen kennt der Übernehmer den Betrieb zwar schon lange oder sogar von der Pike auf, hat in diesem sein Taschengeld aufgebessert oder erste eigene Akzente gesetzt und ist eventuell mit einigen Kollegen freundschaftlich verbunden. Mit dem Wechsel an die Spitze ändern sich jedoch die Verhältnisse. Von nun an gilt es, auch unternehmerische Entscheidungen zu treffen, die nicht jeder Kollege nachvollziehen kann (…) und dass der Übernehmer nun mal die Aufgabe hat, im Sinne des Unternehmens und somit im Sinne des Kollektivs zu handeln, auch wenn dies im Einzel fall bedeutet, gegen den Willen einzelner Kollegen zu entscheiden.“

Dass nicht alle diesen Weg mitgehen werden, macht Gawel auch deutlich. Mitarbeiter gruppiert er, wiederum sehr schematisch, in drei Typen ein: Die „Elefanten“ stehen dem Wandel/Wechsel positiv gegenüber, „Chamäleons“ sind schwankend und müssen überzeugt werden, die negativen „Schlangen“ wird man tendenziell verlieren, was man aber in Kauf nehmen und letztlich als Gewinn (Platz für Neues) verstehen müsse. Man merkt: Hier schreibt ein Praktiker und Pragmatiker.

Onboarding, Findung, Konsolidierung, Offboarding: 4 Hauptphasen des Übergabeprozesses

Den Hauptprozess der Übergabe teilt Gawel in Onboarding, Findung, Konsolidierung und Offboarding ein. In der Onboardingphase arbeitet der Übernehmer in dieser Funktion in der Geschäftsführung mit und lernt im Schulterblick die Prozesse kennen, in der Findung erhält er immer mehr freie Hand, in der Konsolidierung übernimmt er weitgehend die operative Verantwortung und sollte dabei auch Veränderungsprozesse im Unternehmen zu ersten Erfolgen geführt haben. Beim Offboarding sollte der Übergeber soweit sein, dass das Loslassen leicht fällt und er immer mehr die Rolle eines Beraters und Mentors übernimmt, während die neue Führung die Strukturen, die sich verändert haben, nun fixiert, damit das Team sich an die „neue Kontinuität“ gewöhnen kann.

Dass es unterwegs viele Probleme und Gefahren gibt, die von kleinen Missverständnissen bis zum großen Streit reichen können, verschweigt Gawel indes nicht. An praktisch jeder Stelle des hochkomplexen Prozesses kann es dazu kommen. Umso mehr, wenn es eine Übergabe innerhalb der Familie (wie wir alle wissen, ein besonders emotionales Konstrukt) ist. Lesenswert sind dazu auch die Praxisbeispiele. Nach der Lektüre ist klar: Für eine erfolgreiche Übergabe sind neben Vertrauen, Empathie und der Bereitschaft, Know-how zu teilen, auch klare Absprachen wichtig. Im besten Fall gehen beide Seiten dieses – übrigens sehr angenehm gelayoutete – Buch gemeinsam Schritt für Schritt durch und besprechen die jeweiligen Punkte. Mit den Checklisten im Anhang, die auch zum Download bereit stehen, ist man rundum gut versorgt.

Fazit: Eine Empfehlung für alle Unternehmen, in denen ein Wechsel ansteht – vom Hotelbetrieb, den die Kinder übernehmen bis zum Stadtcafé, dessen Schlüssel an eine bisherige Führungskraft überreicht werden sollen.

Die erfolgreiche Betriebsübergabe – Ein Praxisratgeber für die Übergabe im Familienbetrieb in Hotellerie und Gastronomie von Marek Gawel ist im Deutschen Fachverlag (dfv) erschienen, hat 176 Seiten und kostet 29,90 Euro. Checklisten aus dem Buch gibt es hier zum Download.

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